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Informationen für die Kanaren Insel El Hierro - Allgemeine Infos

El Hierro Info

Der Leuchtturm Faro de Orchilla am ehemaligen Nullmeridian

El Hierro (vormals Ferro) ist mit 287 km² die westlichste und kleinste der Kanarischen Inseln. Sie liegt ca. 60 km südlich von La Palma, ist an ihrer höchsten Stelle (dem Pico de Malpaso) 1.500 m hoch und hat 10.071 Einwohner (ISTAC, 2004). Die Hauptstadt Valverde, gleichzeitig Sitz der Gemeinde Valverde, liegt im Nordosten der Insel. Die zweite, südliche Gemeinde heißt La Frontera mit gleichnamigem Verwaltungssitz.

Mit einer Durchschnittshöhe von ca. 650 m und einer Entfernung von 10 km vom Meer ist Valverde die einzige Hauptstadt der Kanaren, die nicht neben einem Hafen liegt. El Hierro ist die westlichste und zugleich südlichste Insel des Kanarischen Archipels und sieht von oben wie eine Pyramide ohne Spitze auf einem dreieckigen Fundament aus. Die Ausläufer der Insel enden im Süden bei Punta de Los Saltos, ihm Westen bei Punta de la Sal und im Norden bei Punta Norte

Die Insel war von jeher recht dünn besiedelt; die Bevölkerungsdichte beträgt weniger als 30 Einwohner pro qkm. Die isolierte Lage und die fehlenden natürlichen Rohstoffe führten zunehmend zur Auswanderung ihrer Bewohner. Seit einiger Zeit hat sich der Trend jedoch gewandelt und die Insel öffnet sich für den Tourismus.

El Hierro ist in zwei Verwaltungsbezirke eingeteilt: Valverde, auch Inselhauptstadt, und Frontera


Geschichte

Antike

Die Kanaren scheinen schon in der Antike ein Begriff des Entfernten, Alltagsentrückten und Paradisischen gewesen zu sein. Möglicherweise waren es die Phönizier, die diese Inseln besuchten. Mythen und Legenden gibt es viele, das tatsächliche Wissen ist eher dürftig. Die erste Spur legte der griechische Dichter Homer in seiner Odyssee etwa im 8. Jahrhundert v. Chr.. Später besingt auch Hesiod die seligen Inseln am Rande der Welt.


Erste Siedler

Wann die ersten Siedler ankamen, und woher sie kamen, lässt sich nicht eindeutig nachvollziehen. Waren es Auswanderer, die aus Hunger der sich ausdehnenden Sahara flüchteten, oder verwüsteten die Römer ihre Heimat? Sicher ist, je weiter nördlich sie mit seetüchtigen Booten starteten, desto wahrscheinlicher trafen sie mit der Strömung auf die Kanaren. Auf jeden Fall trafen neuzeitliche Eroberer auf den Inseln auf eine intakte steinzeitliche Kultur, die nach außen völlig abgeschlossen, und sogar von Insel zu Insel verschieden war. Die Steinzeit auf den Kanaren liegt also erst etwa 500 bis 600 Jahre zurück. Denn die Inseln gerieten in Vergessenheit. Die Völker Europas erweiterten ihre Macht nach Osten und waren auch viel mit sich selbst beschäftigt. So kam es, dass die kanarischen Ureinwohner, auch verallgemeinert Guanchen genannt, bis ins Mittelalter ungestört und friedlich, getrennt von anderen Entwicklungen leben konnten. Sprachwissenschaftler bestätigen die These, dass die ersten Siedler aus Nordwestafrika gekommen sein müssen. Es gibt Ähnlichkeiten mit Berbern aus Maghreb und Libyen. El Hierros Besiedlung fand erst nach dem 5. Jahrhundert v. Chr. statt. Den Herreños, die sich Bimbaches nannten, muss es schwer gefallen sein, an den steilen Küsten an Land zu gehen. Aber noch schwieriger war es wohl, mit den einfachen Booten gegen die Strömung wieder von Land zu gehen. Verbindungen zu den Nachbarinseln müssen spärlich gewesen sein. Doch eine Legende besagt, dass eine Frau aus La Gomera den Herreños das Feuermachen beigebracht haben soll.


Herkunft des Namens

Der heutige Name Hierro hat nichts mit dem spanischen Wort für Eisen zu tun. Das kommt auch auf der Insel überhaupt nicht vor. Vielmehr nannten die Ureinwohner ihre Insel Esero, Fero, oder Hero, dass bedeutet soviel wie stark, fest oder hart, womit der riesige Felsblock im Meer anschaulich beschrieben wäre. Hero oder Hera wird aber auch mit Brunnen in Verbindung gebracht, vielleicht aus dem Grunde, das es auf der Insel keine Quellen, wohl aber Brunnen gibt.


Conquista

Im 14. Jahrhundert schickt der portugiesische König Alfonso IV. eine Expedition los, die die noch unerforschten Inseln erkunden sollen. Sie legen auch auf El Hierro an, und bringeneinen Bericht mit, in dem die Insel erstmals erwähnt wird. Die Lissabonner Seeleute landen 1341 auf El Hierro. Der Kapitän Rodríguez Martín beschreibt begeister das milde Klima und die Fruchtbarkeit der Insel.

1405 landete der Eroberer Jean de Béthencourt im Süden El Hierros in der Bahía de Naos. Er kam im Auftrag des kastilischen Königs Enrique III., und eroberte zuvor schon Lanzarote und Fuerteventura. An Gran Canaria und La Palma scheiterte er, La Gomera gelang ihm nur nach und nach, und Teneriffa steuerte Béthencourt erst gar nicht mehr an. Durch eine List beendete er auf El Hierro die friedliche Herrschaft des Bimbachen-Königs Armiche. Nach einer Überlieferung hatte Béthencourt den Bimbachen und Verwandten des Königs Augerón dabei, der bei einem früheren Piratenüberfall in Gefangenschaft geriet. Er sollte König Armiche überreden, mit Béthencourt einen Pakt zu schließen. Dafür würden die Bimbachen wie Verbündete behandelt. Zögerlich nahm König Armiche das Angebot an. Er kam mit allen Getreuen zum Felsenstardn in Naos. Statt Verbündung nahm Béthencourt jedoch all sofort gefangen und legte sie in Ketten. So endete plötzlich das friedliche Leben der ureinwohner auf El Hierro in Sklaverei. In das Leben der Frauen, Kinder und Alten der Getreuen des Königs Armiche brach nun Gewalt ein. Die Eroberer fielen über die Wilden her und nahmen sich alles, auch die einheimischen Frauen.

Die steinzeitliche Kultur verlor sich rasch an die neuen Siedler, die die Eroberer mitbrachten. Die restliche Urbevölkerung musste sich taufen lassen, viele Frauen wurden mit den neuen Herrschern verheiratet. Nach wenigen Jahrzehnten waren die Völker vermischt.

Ende des 15. Jahrhunderts wird das frühere Bimbachen-Dorf Amoco im Nordosten der Insel als Santa María de Valverde zum Hauptort der Insel. Aber auf der kleinsten Insel des Archipels gehen die Uhren immer noch langsamer. Die traditionelle Art der Viehzucht ändert sich kaum. Die Abgeschiedenheit verhindert dramatische Entwicklungen. El Hierro bleibt unbedeutend.


Christoph Kolumbus

Auf seiner zweiten Reise steuerte Christoph Kolumbus nach La Gomera auch noch El Hierro an, um frisches Wasser und Nahrungsmittel zu laden. Er will auch noch auf günstigen Wind warten, der seine Flotte von 17 Schiffen schnell westwärts ziehen lassen soll. Nach 19 Tagen auf El Hierro, am 3. Oktober 1493 blies sie dann endlich ein kräftiger Passat von der Bahía de Naos aus in die Neue Welt.


Emigration

Die Emigration bedeutet seit jeher die einzige Möglichkeit, dem Schicksal eine Wende zu geben. Die verschiedenen Auswanderungswellen hatten ihre Gründe in politischen Krisen und Dürre- und Hungerjahren. Ziele waren unter anderem Kuba, Venezuela und Puerto Rico. Noch 1949-1950 stachen von El Hierro aus kaum seetaugliche Segelschiffe ohne Motoren zur Atlantiküberquerung in See. Einige kehrten auch wieder zurück.


Verbannungsinsel

Im 19. Jahrhundert wird El Hierro für Madrid interessant. Unbequeme Politiker, Militärs und Freigeister werden dorthin verbannt. Die Inselbewohner provitierten auch davon, denn Dr. Leandro Pérez, aus politischen Gründen verbannt, war der erste Mediziner auf der Insel. Er wurde von der Bevölkerung geachtet.


Weg zur Neuzeit

Die Ereignisse sind negativ. Im Juli 1899 vernichtet ein Großbrand das Rathaus von Valverde und das darin befindliche Inselarchiv, das seit 1553 geführt wurde. So wurden der Insel bedeutende Dokumente entrissen, und machte sie überwiegend geschichtslos. In diesen Zeiten brach auch eine Pockenepidemie aus und lange Dürre folgte auf starke Regenfluten. 1912 entstehen die beiden Gemeinden Valverde und La Frontera. Jede Insel darf sich nun selbst verwalten. Es werden die Cabildos Insulares (Inselregierungen) eingerichtet. Der Erste Weltkrieg geht an der Insel spurlos vorrüber. Während der Zweiten Republik (1931-1936) wird der Hafen ausgebaut, Straßen neu angelegt, die Wasserversorgung verbessert und Schulen erweitert. Auch der Zweite Weltkrieg bringt El Hierro wenig Unheil, den anderen Inseln aber schon. 1948 zwingt erneut eine Dürre zur Auswanderung.

Ferro-Meridian und Greenwich-Längengrade

Ehemaliger Nullmeridian

Bis zur Entdeckung Amerikas im 15. Jahrhundert galt El Hierro als das äußerste Ende der westlichen Welt. Noch bis 1883 führte der Nullmeridian Ferro (alter Name von Hierro) durch die Insel. Er verläuft durch die westlichste der Kanarischen Inseln und ist durch genau 20°00' westliche Länge von Paris definiert.

Nach diesem Bezugsmeridian sind zahlreiche Navigations- und Landkarten vom 17. bis ins 19. Jahrhundert ausgerichtet, und auch die Landesvermessung (Gauß-Krüger-Meridianstreifen) einiger Länder bis etwa 1990. Ein wichtiger Vorteil dieser Längenzählung waren positive Werte für ganz Europa.

Erst 1884 wurde Greenwich als Bezugspunkt international festgelegt. Verschiedene Länder verwendeten bis ins späte 20. Jahrhundert hinein das alte Bezugssystem in der amtlichen Kartographie. Die Umrechnung zu Greenwich-Längen erfolgt mit dem international genormten Wert von 17° 40' 00" (siehe auch Hermannskogel und Rauenberg).



Geologie

Aufbau und Entstehung der Insel

Im Gegensatz zu den Nachbarinseln ist El Hierro außer im Nordosten kaum von Barrancos' (Schluchten) zergliedert. Quer über die Insel zieht sich die Cumbre, die bewaldete Gipfelregion der Vulkanberge, denn El Hierro ist wie alle Kanarischen Inseln vulkanischen Ursprungs. Die Insel ist etwa bis 3 Millionen Jahre alt. Sie entstand in drei Hauptphasen vulkanischer Aktivität. Die erste im Pliozän, dem Ende des Tertiär; eine weitere im Holozän, dem Ende des Quartär (Höhepunkt der Ausbrüche etwa um 10.000 v. Chr.); und die jüngste Phase, die bis ins erste Jahrtausend n. Chr. andauerte. Als das Magma den Meeresboden aufriss, taten sich Spalten in Form eines Ypsilons auf. Entlang der Achsen des Ypsilons formte sich die Insel nach und nach. Ganz ähnlich verlief die Entstehung Teneriffas. Die jüngste Ausbruchserie begann um 4000 v. Chr. und war gegenüber den alten eher von bescheidenem Ausmaß. Die daher stammenden Lavamassen bedecken vor allem die Küstengebiete im Süden und Westen, aber teilweise auch im Norden. Sie flossen die alten Abhänge hinunter, und vergrößerten die Fläche der Insel. Der einzige dokumentierte Ausbruch, begleitet von Erdbeben, war zuletzt 1793 der des Lomo Negro, bei Playa Verodal.


Landschaftsformen

Grob kann man die drei Landschaftsformen der weiten Hochebene im Nordosten, des El-Golfo-Tales im Nordwesten und der abfallenden Fläche El Juláns im Südwesten feststellen. Es gibt große Gegensätze: Einerseits ist El Hierro im Verhältnis zur Grundfläche sehr hoch (bis 1500 Meter ü.NN) und weist daher zu 90% (mehr als 100 km) der Küstenlinie steile Klipppen auf, andererseits hat sie ein sanfthügeliges, fruchtbares Hochland, welches im kanarischen Archipel einzigartig ist. Dieses wird landwirtschaftlich intensiv genutzt. Flache Küstengebiete gibt es bis auf das Golftal nicht. El Hierro bietet trotz der geringen Größe eine beträchtliche, landschaftliche Vielfalt, wie beispielsweise karge Lavawüste, märchenhaften Nebelwald, Pinienwälder, Obsthaine, saftig-grünes Weideland bis hin zu Ananas- und Bananenplantagen. Im Süden befindet sich die Cueva de Don Justo, die größte Höhle der Insel. Sie besteht aus einem weit verzweigten System von Lavatunneln. Diese entstehen, wenn die Außenhaut der Lava bereits erkaltet und stehenbleibt, im Innern die Lava jedoch weiter fließt. Es gibt auf El Hierro auch viele vulkanische Höhlen, die durch Gasblasen entstanden sind. Einige dienten bereits den Guanchen als Unterkunft oder Grabstätte.


Entstehung des Tales El Golfo

Während der mittleren Ausbruchsperiode entstand das Tal El Golfo. Es handelt sich nicht, wie bisher angenommen, um einen Teil eines alten Riesenkraters, der zur Hälfte im Meer versunken ist, sondern das Tal entstand nachgewiesener Maßen durch Erosion einer großen Inselmasse, die einst das Tal füllte. Ein rieseiger Vulkan hatte sich hier immer höher aufgetürmt, schließlich brach unter seinem eigenen Gewicht weg. Es entstand wahrscheinleich eine große Flutwelle (Tsunami). Nur die steilen Felswände blieben stehen, von denen man bisher vermutete, sie seien Teil des Kraterrandes des vermeintlichen Riesenkraters. Diese Wände sind wesentlich älter als das Gestein des Talbodens, welches erst nach dem Zusammenbruch von einem untermeerischen Vulkan neu aufgebaut wurde. Das Zentrum dieses Vulkans liegt im Scheitelpunkt der Y-Form. Heute ist der Boden im Golfo-Tal fruchtbar und das Klima günstig für Kulturlandschaften.


Die Hochebene

Auf der ehemals stark bewaldeten Hochebene sind durch Abholzung, Waldbrände, Erosion und Weidewirtschaft viele kahle Flächen entstanden. Andererseits ist durch Bewässerung auch Grün geschaffen worden, wie Obstplantagen und Äcker. Es gibt keinen größeren Bach auf der Insel. Nur aus ein paar spärlichen Quellen rinnt das Niederschlagswasser aus den Felsen.


Der Südwesten

Im Südwesten, El Julán und die Hochweiden von Dehesa zieht sich ein große Fläche mit einem Gefälle bis 45% von der 1400 Meter hohen Cumbre bis auf 100 Höhenmeter hinab. Der Rest ist Steilküste. Auf den unteren Teil der Fläche brennt die Sonne auf vegetationlosen Fels. Im äußersten Westen war einst ein ausgedehnter Wacholderwald, von dem nur wenige alte Exemplare der Sabinas dem Wind trotzen.



Klima

Die Landschaft prägt in erster Linie das Klima auf der Insel. Vor allem die Wolken bestimmen das Wetter. Dem Passat und dem Kanarenstrom, ein kühler Nebenfluss des Golfstroms, der ihn bei den Azoren verlässt, ist es zu verdanken, das El Hierro kein wüstenhaftes Klima wie die Sahara auf gleicher nördlicher Breite hat. Die Meerestemperatur von 18 °C im Winter und knapp über 20 °C im Sommer mäßigt das Klima an den Küsten. Der Nordostpassat kommt vom warmen Äquator, steigt dort auf, strömt nordwärts, kühlt sich weit im Norden ab, sinkt und fließt am Boden wieder zum Äquator. Durch die Erdrotation bekommt er einen leichten östlichen Kick, daher der Nordostpassat. Von dort aus kommend hat der meeresfeuchte Luftstrom El Hierros Berge zu überwinden, und regnet daher gern auf der Nordostseite der Insel ab. Auf der Südwestseite der Insel kommen die Wolken nicht mehr an, da sie sich abgeregnet oder verflüchtigt haben. Über der Landmasse wärmt sich die Luft nämlich auf, und deshalb ist der Südwesten sehr trocken und heiß.

Im Sommer liegt die Temperatur im Norden an der Küste bei 26 °C, im Süden dagegen bei 30 °C; in Valverde auf 600 Meter ü. NN im Sommer nur bei 18 °C. Im Winter ist es im Norden an der Küste etwa 20 °C kühl, im Süden etwa 1,5 °C wärmer. In Valverde erreichen die Temperaturen dagegen nur 11,5 °C im Winter. Angegeben sind immer Durchschnittswerte. Niederschlag fallen in Valverde im Winter 80 mm im Monat, im Süden nur 25mm. Im Sommer ist im Süden meist kein Niederschlag zu verzeichnen, in Valverde aber sind immer noch 5 mm im Monat möglich.


Flora

El Hierro liegt zwar auch im Einfluss des Nordostpassats, trotzdem ist die Vegetation nicht so üppig wie auf den grünen Nachbarinseln La Palma, Tenriffa oder La Gomera. Der Grund liegt darin, dass weite Teile der Insel mit noch jüngerer Lava bedeckt sind, und dass auf großflächige Rodung der einst dichten Wälder die Erosion folgte. Aber es gibt trotzdem noch eine große Artenvielfalt und einige Endemiten. Gute Beispiele sind die lebenden Fossilien wie der Drachenbaum und einige Farne. Versteinerte Funde weisen darauf hin, dass diese Pflanzen die Nachkommen einer Art aus dem Mittelmeerraum sind, die vor etwa einer Million Jahren dort existierten. Dort sind sie im Quartär, zur letzten Eiszeit ausgestorben, doch im gleich bleibenden atlantischen Klima konnten sie fortbestehen. Andere Pflanzenarten haben auch heute Verwandte im Mittelmeerraum oder auch auf dem Festland in Europa, durch die Isolation der Inseln haben sie sich aber ganz anders entwickelt. Auf El Hierro leben etwa 150 Kanarenendemiten, von denen elf Arten nur auf El Hierro vorkommen. Es handelt sich dabei um Arten von Dickblattgewächsen, Flechten, Disteln und Natternkopf, die meist in den vielen Felsspalten wachsen.

Entscheidend für das Vorkommen der Pflanzenarten ist die Höhenlage. Da gibt es die trockene Küste bis etwa 400 Meter ü. NN, darüber bis etwa 800 Meter die halbfeuchte Zone, und schließlich bis zum Gipfel auf 1500 Metern das nebelfeuchte Gebiet.


trockene Küstengebiete

An den trockenen Küsten leben die Pflanzen fast nur vom nächtlichen Tau, deshalb gedeihen hier die Sukkulenten, die wasserspeichernden Arten. Dazu gehören auch die weit verbreiteten Wolfsmilchgewächse (kanarisch: tabaiba ). Der milchige Saft der Balsam-Wolfsmilch (Euphorbia balsamifera, auch tabaiba dulce) diente in eingedickter Form einst den Hirten als durstlöschender Kaugummi. Dagegen diente der Saft der Säuleneuphorbie oder Kandelaberwolfsmilch (Euphorbia canariensis, spanisch: cardón) den Guanchen als chemische Keule beim Fischfang. Er wächst auf El Hierro hauptsächlich an den Steilwänden von Las Playas, daher auch der Name der südlichen Gegend des Ortes: Los Cardones. Ebenfalls in der Trockenzone der Küsten ist der Mondampferstrauch (Rumex lunaria) zu finden. Sie schmeckt besonders den Ziegen gut. Der verbreitete Dornlattich (Launaea arborescens) ist dagegen ungenießbar. Häufig anzutreffen ist auch der würzig duftende Wermutstrauch (Artemisia absinthium), der dichte und niedrige Büsche bildet. In salziger Luft direkt am Meer gedeihen der Strandflieder (Limonium pectinatum) und die Sodapflanze (Mesembryanthenum crystallinum), auch Mittagsblume oder Eiskraut genannt. Diese wandelt das Salz aus der Luft in Soda um, weshalb sie auf den größeren Inseln im 19. Jahrhundert zur Seifenherstellung nach Europa exportiert wurde.


halbfeuchte Zone

Die Sabina: windgebeugter Wacholderbaum

In dieser Zone, die etwa bei 200-400 Metern ü. NN beginnt, siedeln sich ebenfalls Sukkulenten an. Neben verschiedenen Dickblattgewächsen gedeihen hier auch Kakteen und Agaven. Die Endemiten der Gattung Aeonium auf El Hierro sind das Aeonium hierrense und das Aeonium valverdense. In dieser Zone gedeihen auch die fliederblättrige Gänsedistel (endemischer Verterter: Sonchus hierrensis) und die nach Thymian duftenden tomillo-Sträucher (Micromeria hyssopifolia), eine Verwandte des Bohnenkrauts. Auch unter den weiß oder blau blühenden Natternkopfarten (Echium) gibt es einen Inselendemiten: Echium hierrensis. Wie Kletten hängt der Samen des Zweizahns (Bidens pilosa) an des Wanderers Ferse. Die einheimischen nennen ihn amor seco (trockene Liebe). Durch Einwanderer aus Mittel- und Südamerika mitgebracht, gedeihen die Feigenkakteen (Opuntia ficus-inica), der Baumtabak (Nicotiana glauca) und die Sisal-Agave (Agave Sisalana) auf der Insel prächtig. Schon im 16. Jahrhundert wurden aus Mexiko Opuntien mitgebracht. Sie bedeckte große Flächen der Insel, da sie zur Farbstoffgewinnung aus Cochenille wirtschaftlich sehr wertvoll war. Die Früchte der Opuntien benutzt der Herreño manchmal als Viehfutter. In der halbfeuchten so genannten Montanstufe wächst neben dem Drachenbaum und der Kanarischen Dattelpalme auch das Wahrzeichen der Insel: die Sabina (Phönizische Wacholder - Juniperos phoenicea). Sie gibt es als unscheinbarer Busch oder im äußersten Westen El Hierros als mehrere hundert Jahre alte, vom ständigen Wind geformte Bäume. Es sind nur die Reste eines ausgedehnten Sabina-Waldes.


nebelfeuchte Zone

Hier, auf einer Meereshöhe von 800-1500 Metern befindet sich El Hierros immergrüner Feuchtwald, der Monteverde, mit Feuchtigkeit liebenden Pflanzen wie den Lorbeerbäumen. Auf den Nachbarinseln La Palma und La Gomera existieren die größten zusammenhängenden Wälder dieser Bäume überhaupt. Auf El Hierro gibt es nur noch kleinere Anhäufungen, teilweise mit Kiefern vermischt. Dort wächst auch der Stinklorbeer (Ocotea foetens). In Lichtungen gedeiht der weiß blühende Mocán (Visnea mocanera), sowie der Ölbaum (Picconia excelsa) und der Erdbeerbaum (Arbutus canariensis). Früher bildeten diese drei Baumarten auf El Hierro ganze Wälder.

Das Wappen mit dem Garoé-Baum

Vereinzelt ist auch der bis zu 25 Meter hohe Zedern-Wacholder (Juniperus cedrus) anzutreffen. Überwiegend besteht der Nebelwald auf El Hierro, vermischt mit Lorbeer und ein paar Kiefern, aus Baumheide (Erica arborea) und Gagelbaum (Myrica faya). Diesen Wald bezeichnet man auch als Fayal-Brezal-Wald. Auch hier gibt es einen Gagelbaum als seltenen Inselendemiten, den fayal herreña. Im urzeitlichen Dschungel wachsen auch Farne. Der Wurzelnde Grübchenfarn (Woodwardia radicans) hat bis zu drei Meter lange Wedel. Außerdem lebt hier der Venushaarfarn (Adiantum capillus-venersi), der Adlerfarn (Pteridium aquilinum) und der Wurmfarn (Dryopteris oligodonta). Aus den Wurzel des Adlerfarns konnten die Bimbaches Mehl herstellen, der Vorläufer von Gofio. Weitere Pflanzen in dieser Zone sind der bis zu zwei Meter hohe Kanarische Johannisstrauch, der Kanarische Buschklee, der ginsterähnliche codeso (Adenocarpus foliolosus) und der escobón-Strauch (Chamaecytisus proliferus). Es gibt außerdem den alten, bis zu 40 Meter hohen, aus Australien eingeführten Eukalyptusbaum (Eucalyptus globulus). Er entzieht dem Boden verhältnismäßig viel Wasser, und kann deshalb andere Pflanzen in der Umgebung Schaden zuführen. Deshalb baut man ihn heute nicht mehr an.

Im Inneren der Insel, nördlich von San Andrés auf etwa 1000 Höhenmetern, findet sich ein weiteres Wahrzeichen der Insel, der Garoé (arbol santo), der heilige Baum der Ureinwohner. Er, es handelt sich um den schon erwähnten Stinklorbeer, ist 1957 neu gepflanzt worden. Den heiligen Ur-Baum, er war ein Exemplar des tilo-Loorbeerbaumes, soll 1610 ein Sturm gefällt haben. Ein kleines Informationszentrum informiert über Geschichte und Bedeutung dieses Baumes, der von den Ureinwohnern als Wasserspender genutzt und verehrt wurde. Die Aufnahme des heiligen Baumes in das Wappen der Insel illustriert seine historische Bedeutung.


Fauna

Reptilien

Neben verschiedenen Froscharten sind auf El Hierro vor allem Eidechsen häufig, wie die endemischen Geckos tarentola boettgerio. Die Echsen (lagartos), sind meist mehr mit den afrikanischen Arten verwandt. Die häufigste Art ist der Holzscheit (Gallotia galloti) mit bis zu 35 cm Länge. Oft sieht man auch die blindschleichenähnliche Chalcides viridanus mit Stummelbeinchen, weshalb sie auch schon mal für eine Schlange gehalten wird. Auf den Kanaren gibt es jedoch keine Schlangenart. In den Küstengewässern lebt noch die Meeresschildkröte (Caretta), das größte Reptil des Archipels.


Lagarto gigante

El Hierro ist bekannt für eine große urzeitliche Eidechsenart, die Gallotia simonyi, oder spanisch: Lagarto gigante. > Echte Eidechsen (Lacertidae) sind eine Reptilien-Familie innerhalb der Skinkartigen (Scincomorpha). Ihre Vertreter kommen in Europa, Afrika und Asien sowie auf vorgelagerten Inseln vor.

Lebensraum
Die Kleine Kanareneidechse bevorzugt offene, steinige Landschaften und lebt als Kulturfolger besonders in den kanarentypischen Natursteinmauern. Sie ernährt sich von Früchten und kleinen wirbellosen Tieren.
Die Kanareneidechse ist in ihrem natürlichem Lebensraum recht häufig, wird sogar stellenweise als Plage und Ernteschädling (besonders im Weinanbau) angesehen und von den Landwirten mit Gift und Fallen bekämpft.

Aussehen
Weibchen und Jungtiere haben eine bräunliche Farbe mit deutlich ausgeprägten hellen Längsstreifen, die an der Schnauze beginnen, sich über die Augen ziehen, und dann über Rücken und Flanken verlaufend sich bis in den Schwanz hinein fortsetzen. Ausgewachsene Männchen sind schwarz bis dunkelbraun, haben stets eine schwarze Kehle und einige kleine blaue Flecken.

Ernährung
Kanareneidechsen fressen, neben der für alle Eidechsen üblichen Insektenkost, viel pflanzliche Nahrung. Dabei schonen sie natürlich nicht die Nutzpflanzen des Menschen und fressen z.B. Tomaten oder Weintrauben. Deswegen werden sie von den Landwirten mit Gift und Fallen bekämpft.

Riesenwuchs
Auf Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera und Hierro gibt es endemische Kanareneidechsen mit Riesenwuchs. Das Gigantismus genannte Phänomen tritt oft bei Inselformen von Echsen und Nagetieren auf. Inselpopulationen neigen dazu, deutlich größere Körperformen als auf dem Festland zu entwickeln. Die Gran Canaria-Rieseneidechse wird etwa 40 bis 50 Zentimeter lang, während die Hierro-Rieseneidechse bis zu 75 Zentimeter lang werden kann.
Während die Gran Canaria-Rieseneidechse noch sehr häufig ist, und vom Menschen auch auf Fuerteventura ausgesetzt wurde, galten die La Gomera-Rieseneidechse und die Hierro-Rieseneidechse schon als ausgestorben. In den 70ern entdeckte ein Ziegenhirte auf Hierro eine Restpopulation der Tiere. Im Juni 1996 entdeckte ein Biologe im Teno-Gebirge auf Teneriffa Rieseneidechsen. Es gibt eine Population von 300 bis 500 Tieren. 1999 wurde auch auf Gomera an einer Steilwand im Valle Gran Rey einige Rieseneidechsen entdeckt. Sieben Exemplare wurden mit Fallen gefangen und werden in einem Freilandterrarium im Süden Gomeras vermehrt. Eine ehemals auf La Palma lebenden Rieseneidechse blieb bisher verschwunden.

Quelle: Wikipedia

Die eigentliche Rieseneidechse konnte bis zu 1,50 Meter groß werden, ist aber schon vor langer Zeit ausgestorben. Durch die Einführung von Katzen und Ratten einerseits, die die Eier und die kleinen Eidechsen fressen, und durch den Verlust von Lebensraum andererseits.
Auf dem Roque Chico gab es bis 1940 noch eine Unterart, die durch Sammler auf der ganzen Welt ausgerottet wurden.

1974 wurde dann eine weitere Unterart auf dem Felsen über dem Lagatarium Risco de Tibataje entdeckt. Es gibt dort immer noch eine natürliche Population von etwa 800 Eidechsen. Vor ca. 20 Jahren wurden drei Eidechsenpaare in das Centro de Recuperaceon del Agartola für die Aufzucht runter gebracht.
Dort gibt es sogar die ersten in Gefangenschaft geborenen Tiere. Die Eidechsen, die ca. 20 Jahre alt sind, sind zwischen 54 und 55 cm lang, bis zu 30 Jahren 65 - 70 cm lang. Diese Angaben gelten natürlich nur, wenn der Schwanz in Takt ist.

Vielen der Tiere fehlt ein Stück, weil sie sich bekämpfen. Besonders im Frühjahr und Sommer, wenn sie aktiv sind. Der Schwanz wächst wieder nach, weil die Eidechse während ihres ganzen Lebens wächst.
Die gelben Flecken an den Seiten sind typisch für die Endemische Rieseneidechse und wichtig für die Fortpflanzungszeit zwischen April und August. Sie werden dann leuchtend gelb, mehr bei den männlichen Tieren als bei den weiblichen. Nach der Befruchtung behält die Eidechse die Eier ca. 4 Wochen im Bauch, gräbt dann einen Tunnel und eine Höhle und legt etwa 8 - 9 Eier, bedeckt diese dann mit Erde, macht den Gang wieder zu und verlässt die Eiablage.

Die Rieseneidechse kommt auch nicht wieder, wenn die kleinen Eidechsen schlüpfen. Von daher werden in diesem Centrum Brutkästen bei gleich bleibenden 28 - 30 Grab angelegt und die Kleinen schlüpfen nach ca. 2 Monaten. Im natürlichen Lebensraum würden sie nach ca. 2 ½ - 3 Monaten schlüpfen. Bei der Geburt sind sie etwa 12 - 17 cm lang und haben einen kleinen Dottersack am Bauch, der sie die ersten zwei Wochen mit Nahrung versorgt.
Sie graben sich senkrecht nach oben heraus. Die schwachen Tiere bleiben allerdings stecken und sterben. Während der ersten vier Jahre ernähren sich die Eidechsen hauptsächlich von Insekten, fressen aber auch Pflanzen, weil diese für ihren Wassserbedarf brauchen.

Ab etwa 4 Jahren fressen sie auch kleine Mäusebabys, die noch kein Fell haben. Ab 4 ½ - 5 Jahren sind sie dann Erwachsen und stellen ihre Ernährung auf eine mehrpflanzliche Nahrung um, fressen allerdings weiterhin ab und zu Insekten und kleine Mäuse.

Das Centrum hat seit 1999 ca. 300 Tiere ausgewildert. Zuerst auf dem Roque Chico, dann im Julan, und zum Schluss in der Dehesa. An allen drei Stellen wurden kleine Eidechsen gesichtet, die draußen geboren worden sind, d.h. dass die Wiedereinführung im Prinzip erfolgreich ist. Es gibt allerdings im Julan und in der Dehesa verwilderte Katzen, die viele von den Eidechsen fressen.


Plan zur Wiedergewinnung der grossen Eidechsen

Einleitung:
Die Bimbachen, Ureinwohner von der Insel EL HIERRO waren Zeugen der grossen Eidechsen und ihrer Existenz. Sie entwickelten sich überwiegend in dem vulkanischen "Malpais". Man nimmt an, dass es Zeiten gab, in denen sich die Menschen von diesen Tieren ernährt haben.
Die Eidechsen existierten schon bei der Ankunft der Eroberer. Es bestehen Berichte aus dieser Zeit. Viele Gründe trugen dazu bei, dass diese Tiere ausstarben, schon in den vierziger Jahren verschwanden die kleinen Kolonien der Tierwelt im "El Roque Chico de Salmor" durch die Rücksichtslosigkeit der Wissenschaftler. Glücklicherweise existiert noch ein kleiner Bestand, der sich laut Zeugenaussage an einer Steilküste befindet und für den Menschen nahezu unerreichbar ist.
Heute gilt die Eidechse für alle, vor allem aber für die Inselbewohner als besonderes Symbol. Dies sollte ein Vorbild sein für die Entwicklung der Aufgaben zur Wiedergewinnung und Erhaltung dieser einzigartigen Tiere, die schon fast ausgestorben waren. Somit können die Eidechsen in ihre alte Gegend wieder heimisch werden.

Historische Übersicht:
Die ersten Informationen, die man über die Eidechsen von El Hierro hatte, stammen aus der alten, aus dem 2 Jhd. Detierenden Chronik des Königs Juba 2. Sie wurden von Plinio in seinem Werke zur Naturgeschichte aufgegriffen, wo man über eine Insel spricht, die voll von Eidechsen gewesen sein soll. Obwohl man nicht sicher weiss, ob es sich um diese oder einer der anderen Inseln handelt. Der erste konkrete und älteste Bericht bezüglich der grossen Eidechsen stammt aus der französischen Chronik der Eroberer der Insel El Hierro im Jahre 1404. darin wurde erwähnt, dass die Eidechsen die Grösse einer Katze hätte und nicht gefährlich sei. Ausserdem seien sie nicht hässlich anzuschauen. Spätere Reisende berichteten, dass die Eidechsen im Roque Chico de Salmor, eine Länge von 0,83 m gehabt hätten und Manrique und Saavedra beschrieben sie als beleibte und gefährliche Tiere.
Auf Grund ihrer Anpassungsfaehigkeit lebten die Eidechsen fast auf der ganzen Insel, sind aber schon seit mehr als Einhundert Jahren ausgestorben. Die Eidechsen, die im Roque Chico de Salmor lebten, starben 1940 aus. Sie wurden vom Menschen ausgerottet. Durch verschiedene Aussagen der Schäfer, die im RISCO DE TIBATAJE verkehrten, wusste man trotzdem von der Existenz der Eidechsen. Einer von ihnen war sogar in der Lage eine Eidechse einzufangen. Diese Informationen und andere, sowie tote Eidechsen(durch Hunde getötet), Ausscheidungen grösserer Exemplare benutze Salvador um seine Arbeit zu schreiben, in der er die Populationsentwicklung untersucht.
Der berühmte Reptilzüchter Werner Bings organisierte 1974 eine Reise auf die Insel El Hierro, um die Spuren der Eidechsen zu verfolgen. Er brachte eine leere Schachtel Streichhölzer mit, die eine tonartige Masse enthielt. Er nahm an, dass es sich um eine Ausscheidung dieser Tiere handelte. Sein Sohn erkrankte und somit musste er die Insel wieder verlassen. Noch am gleichen Tag gelang es dem Ziegenhirt, Pedro Perico Perez, auf seinen Auftrag hin, ein Paar Eidechsen zu fangen. Ohne Zweifel konnte man die obengenannten Exkremente der Eidechsen erkennen, die man vorher schon merhmals in der Fuga de Gorreta beobachtet hatte.
Die zuständige Behörde konnte die Eidechsen in Beschlag nehmen und sie wurden an ihren ursprünglichen Platz gebracht. Diese Gegend ist unter Naturschutz gestellt und somit der Zugang verboten.
Ein Jahr später, 1975, machten Boehme und Bings diese unerwartete Entdeckung in der Wissenschaftswelt bekannt.
Im Jahre 1985 wurde ein Männchen, zwei Weibchen und ein Jungtier eingefangen, die man in einem Terrario aufbewahrte, das ebenso als Brutkasten benutzt wurde. Ausserdem wurden Tier gezüchtet, um die Eidechsen zu ernähren.
Als erstes galt es die Fortpflanzungsweise der Tiere zu erforschen. Zwischen dem 3.Juni und 15-Juli 1986, wurden 21 Eidechsen geboren. Der nächste Schritt war die Umgebung und die Ökologischen Anforderungen dieser Spezies zu untersuchen.

Verbreitung in der Vergangenheit:
Die historischen Berichte in Bezug auf die konkrete Verbreitung der grossen Eidechsen auf der Insel sind nicht mehr sehr genau, und wenn überhaupt, berichten sie nur über die im Roque Chico de Salmor. Herr von Fritsch gibt 1967 Auskunft über die orientalischen Zonen der Insel. Die Studie von Dr. Castillo, die finanziell vom Verwaltungsrat der "medio Ambiente" unterstützt wurde, ermöglicht es 1996, die Populationsdichte auf der ganzen Insel ganz genau nachzuvollziehen. Einige Exemplare lebten sogar in nordorientalischen Zonen. Aus dieser Studie ergab sich, dass die grosse Eidechse überwiegend im Ökosystem der basischen Erdschicht gelebt hat. Die grosse Eidechse lebte mit einer Kleinen (Gallotia Caesaris) und anderen Arten zusammen. Diese zuletzt genannte Eidechse erreichte eine Länge von 120 cm, und ausserdem hatte sie einen unterschiedlichen Rang in der Höheneinteilung zwischen dem Norden und im Süden, wo keine Heide und keine Lorbeerbäume existierten, aber Kiefern in den südlichen Abhängen.

Aktuelle Aufteilung:
Die einzige Kolonie der Eidechsen, die überlebt hat, befindet sich heute in einer kleinen Zone im nordwestlichen Teil der Insel, an einer steinigen Steilküste, die fast unerreichbar ist: die Fuga de Gorreta. Sie steht unter Naturschutz. Dieses Gebiet reicht von 150 bis 650 m über dem Meeresspiegel und der Bestand schwankt laut Näslund, Bischof zwischen 1000 und 1600 Stück.
Die Eidechsen haben ihren Lebensraum erweitert. Dank der Massnahmen, die von dem Verwaltungsrat getroffen wurden, steht dieses Gebiet nun unter Naturschutz. Der Zugang für die Menschen ist verboten.
Juan Pedro Perez, der Enkel von Cabrero, berühmter "luchador", war der Erste, der ein Eidechsenpaar eingefangen hat. Er ist heute der Betreuer dieses oben genannten Gebietes. Durch seine ausgeprägte Ortskundigkeit und Ausdauer ist er durchaus in der Lage dieses steinige Gebiet zu durchgehen. Bei der regelmässigen Inspektionen ist er unabkömmlich. Mit seinem einzigen Werkzeug, einer Fahnenstange aus Holz, mit einer Spitze aus Eisen, überwindet er Mauern und anderes schwer begehbares Gelände, um das geheimnissvolle Leben der Eidechsen zu erobern.

Gründe für das Aussterben:
Die Faktoren, die zu der Aussterbung dieser Gattung beigetragen haben, und immernoch bestehen, sind folgende:
Die Einschränkung ihres Biotops, durch vom Menschen eingeführte Wildkatzen, die die Eidechsen dezimieren, die Konkurrenz um Nahrung zwischen Eidechsen und Ziegen, die Konkurrenz zwischen den jungen Eidechsen und den Schwarzen. Ein weiteres Problem ist die intraspezifische Konkurrenz, hervorgerufen durch fehlende genetische Vielfalt und geringe Echsenzahl.

Die Charaktereigentschaften dieser Gattung:
Die grosse Eidechse von El Hierro ist ziemlich robust und hat eine braunliche Farbe, die während der Fortpflanzung deutlich zitronenfarbende Flecken aufweisst. Die erwachsenen Exemplare werden nicht grösser als 60 cm und haben normalerweise ein Gewicht von 400 Gramm. In der freien Wildbahn können lebende Exemplare eine Länge von 75 cm erreichen. Die männliche Eidechse hat einen grösseren Kopf als das Weibchen. Ihr Schwanzansatz ist dicker und ihr Wachstum stärker. Die Nachkommen sind bei der Geburt braun, ihre Rückenstreifen sind deutlich sichtbar und haben gelbliche Flecken an beiden Seiten. Nabelschnur und Reste der Fruchtblase trocknen nach der Geburt aus, fallen ab und die entgültige Nabelöffnung bildet sich. Nach 10 Tagen sind sie in der Lage sich alleine zu ernähren und nach 40- 60 Tagen wechseln sie ihre Farbe. Mit 4 Jahren verdunkelt sich ihre Farbe durch Hormonregulierung und erreichen der sexuellen Reife. In dem Forschungszentrum existieren z.T. 340 Individuen, die von 5 anderen Eidechsen abstammen. Zu Beginn der Studie wurden sie 1985/88 in der Fuga Gorreta eingefangen. Im Jahre 1996 wurden sie als Zuchttiere benutzt.
Die Eidechsen sind mit einem Mikrochip gekenntzeichnet, indem er subcutan in der Halszone eingeführt wird. Das erlaubt eine vollständige genetische Rassenmischung und andere interessante wissenschaftliche Merkmale.
Obwohl die Lebenserwartung der Eidechsen noch nicht genau festegestellt wurde, weiss man, dass einige, besonders die in Gefangenschaft leben, 20 Jahre alt werden können. Das Alter der freilebenden Tiere ist sehr wahrscheinlich geringer und wird durch Feinde, Krankheiten, Nahrung usw. eingeschränkt.
Die Ernährung der Eidechsen ist vorwiegend vegetarisch, obwohl sie ursprünglich Allesfresser sind.

Gesetzlicher Status:
Zur Zeit ist die grosse Eidechse das Reptil, welches am grössten bedroht ist.

Text Miguel Angel Rodriguez Dominguez. Biologo
Übersetzung: Renate Schiele
Adresse für Informationen:
Centro de Reproduccion del Lagarto Gigante de El Hierro
Excmo. Cabildo Insular de El Hierro
Frontera 38911 El Hierro Islas Canarias

Verkehr

El Hierro ist durch Flug- und Fährverbindungen mit Teneriffa verbunden. Vom Nordflughafen Los Rodeos auf Teneriffa fliegt in der Regel 3 mal täglich eine Turboprop-Maschine nach Valverde (ca. 30 Minuten), von Los Christianos gibt es 2 mal täglich eine Fährverbindung (ca. 4 Stunden) zum Puerto de Estaca unweit von Valverde.


Tourismus

Badestrände sind auf der Insel Mangelware. Ein einziger schöner Sandstrand von einigen 100 Metern Länge (Playa del Verodal) befindet sich an der Westküste. Wegen einer meist sehr ausgeprägten Brandung ist er jedoch nur geübten Schwimmern zu empfehlen. Im Golfo an der Nordwestseite der Insel gibt es jedoch einige durch kleine Mauern gegen die Brandung geschützte Meeresschwimmbecken (La Maceta). Ebenfalls zum Baden geeignet ist der kleine Sandstrand im Hafen von La Restinga, der durch seine durch die Mole geschützte Lage ganzjährig zum Baden im sehr sauberen Wasser einlädt. Eine auch bei den Herrenos sehr beliebte Badestelle ist das Tacoron, ca. 5 km nordwestlich von La Restinga. Sehr sauberes Wasser und eine artenreiche Fauna machen das Schnorcheln hier zu einem Erlebnis. Oberhalb der Badestelle gibt es schattige Grillplätze und einen kleinen Restaurant-Kiosk mit kanarischer Küche.

Besonders erwähnenswert: die vielen schönen Aussichtspunkte (Miradores), die an besonders exponierten Stellen und oft mit viel Liebe angelegt und ausgestaltet sind. Beispiele: Mirador de Las Playas am Ostrand der Insel über der Bucht von Las Playas, Mirador de la Peña mit dem von César Manrique entworfenen Restaurant und einem beeindruckenden Blick auf die Bucht El Golfo, und viele andere.

Vom Massentourismus ist die Insel bislang verschont geblieben, und das soll nach dem Willen der Inselbewohner auch so bleiben. Die umständliche Erreichbarkeit und das weitgehende Fehlen von kinderfreundlichen Stränden tun das Ihre dazu, um die Insel für Familienurlaube wenig attraktiv zu machen. Für den Individual-Urlauber jedoch ist sie mit ihren vielen verschiedenen Landschaftsbildern ein reizvolles Ziel.

Das Mar de las Calmas genannte Meergebiet an der Südwestküste der Insel gehört zu den besten Tauchgebieten Europas.


Das Inselrelief

Das Inselrelief

Ausrichtung von Osten nach Westen: Hier ragen besonders der Venteja (1.235 m) und der Tenbargena (901 m) hervor.

Richtung Ost-Nordost: Die Anhöhen Tabano (1.387 m), Tenerife (1.417 m), Asomadas (1.371 m und Tinbarombo (1.326 m).

Richtung Nord-Süd: Pique Mercadel (1.252 m) und das Empalizada (1.001 m).

Abseits dieser Gebirgsketten findet man im Nordosten das Gebirgsmassiv Bentejis, von dem einige weitere weniger bedeutende Anhöhen ausgehen, wo aber die wichtigsten Barrancos (Schluchten) der Insel (Honduras, Tiñor und La Gotera) entstanden.

Zwischen den genannten Erhöhungen finden sich flache Täler ohne Baumbewuchs, die sich daher besonders als Weideflächen und für den Obstanbau eignen. Dazu gehören Meseta de Nisdafa, Llanos de Asofa und Llanos de Binto.


Wasservorräte

Wasservorräte

Auf El Hierro gibt es keine ständigen Wasserläufe. Die Schluchten sind meistens trocken und das Wasser fließt nur nach starken bis stärkeren Regenfällen. Geringe Niederschläge sorgen für geringe Wasservorräte. Die Wasserversorgung war daher selbst für die Bewohner nicht ausreichend. Dennoch gelang es den Bewohnern über viele Jahrhunderte zu überleben. Zahlreich angelegte Zysternen, Brunnen, und Sammelbecken zeigen dies. Das bekannteste Beispiel ist der Baum von Garoe. Schon die früheren Bewohner El Hierros haben erkannt, das der Nebel am dichten Laub des Baumes kondensiert und dann wie Regen herabtropft. Es wurden daher rund um den Stamm kleine Sammelbecken aus Holz gebaut um die Wassertropfen aufzufangen. Dieser Baum ist sehr eng mit den Bewohnern von El Hierro verbunden. Er stellt ein Wahrzeichen dar und sein Abbild findet man im Wappen der Inselregierung und im Wappen der Gemeinde Valverde. Natürlich ist das Wasserproblem heute durch die zwei vorhandenen Entsalzungsanlagen gelöst. In naher Zukunft ist geplant, dass El Hierro über Stromkraftwerke zur Aufbereitung von Wasser, Gas und Strom verfügt.


Quellenhinweis

Die auf dieser Seite genannten Informationen basieren, soweit nicht anders angegeben, auf dem Artikel Spanien (Stand 18.10.2005) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org/) und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation (http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:GNU_Free_Documentation_License). Eine Liste der Autoren ist unter http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=El_Hierro&action=history abrufbar.


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Aktualisiert am 28.04.2010

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